Achtsamkeit – Je mehr du hörst, desto stiller wird es

Stille hören lernen

Tool: Stille hören

Ich habe da etwas gelernt. Als ich nämlich mein Hörbuch im April hörte*. Und nochmal hörte. Und dann sogar noch einmal anfing.

*(ich gönne mir ein Audible Abonnement - eine der besten Käufe der letzten Monate!)

Natürlich lernt man immer etwas. Immer. Irgendwas! Aber irgendwas an dieser einen Stelle und mit dem einen Angebot, das hat mich wirklich nachhaltig begleitet.
Weil es unmittelbar wirkt. Und so gut wirkt.

Die Rede ist von Eckhart Tolle's "The Power of Now". Ein Klassiker in der Literatur rund um inneres Wachstum. Kennt ihr es schon?

Und obwohl ich das gesamte Buch empfehlen würde, gibt es da eine Sache, die ich hier besonders mit euch teilen möchte:

Zuhören.
Und zwar nicht dem, was ich, das Vogelgezwitscher oder jemand anderes dir sagt.

Nein.
Dem zuhören, was dazwischen ist.

Zwischen den Tönen und Geräuschen. Zwischen den Wörtern, die jemand sagt. Zwischen dem Lärm, der draußen durch das städtische Leben entsteht.
Und selbst zwischen dem Vogelgezwitscher.

Tolle nennt es ein Portal ins Jetzt. Er bezeichnet es als Raum öffnend. Und stellt es in Kontrast zu Form und Lärm.

“Space and silence are two aspects of the same thing. The same no-thing. They are externalization of inner space and inner silence, which is stillness: the infinitely creative womb of all existence.”
― Eckhart Tolle, The Power of Now

Logisch. Lärm und Stille sind Gegensätze.

Aber die beiden sind nicht gleichwertig. Denn der Lärm kann nur aus der Stille heraus entstehen. Indem Schallwellen bewegt werden.

Ich würde euch einladen, das einmal auszuprobieren. Hier. Jetzt gerade, wo auch immer ihr euch befindet. Könnt ihr eure Aufmerksamkeit kurz von dem Inhalt der Geräusche ablenken und den klanglichen Zwischenräumen schenken?

Wie ist das? Was passiert in euch, wenn ihr das macht?

Und - seid ihr weniger präsent bei den Geräuschen dazwischen?

 

[Beobachtungen meines eigenen Ausprobierens]

Du sprichst.
Ich höre zu.
Aber vor allem lausche ich den Momenten zwischen deinen Worten und Sätzen.

Ich bemerke Platz in meinem Kopf.
Es ist eine Veränderung des Fokus - während ich beim Lauschen auf den Inhalt deiner Worte eher durch einen Tunnel zu dir blicke, weitet sich die Wahrnehmung gerade.
Ich nehme mehr wahr.
Deine Körperhaltung.
Deine Tonlage.
All das, was sonst im Unterbewussten liegt.

Achtsamkeit.

Und ich bemerke auch eine Veränderung meiner Gefühlslage.
Ich bin friedlicher.
Ich bin liebevoller.
Und ich bemerke eine zunehmende Offenheit dem gegenüber, das du sagst.
So als ob es mich weniger betrifft. So als ob es mich nicht angreifen könnte.
Und trotzdem deutlich mehr Verbundenheit.

Tatsächlich bin ich mehr im Moment.
Eine Alltagsmeditation.

 

[Fazit]

Ein machtvolles Mittel. Gerade deswegen, weil es sich so gut in jede Situation einschmiegt.
Und gerade auch für Menschen, die die Tendenz haben, durch andere Menschen, durch Gespräche und durch die einstudierten Muster in diesen Momenten den Kontakt zu sich selbst zu verlieren.
Wie z.B. mich.

Und vielleicht dich.

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